Landschaftsfotografie

Die Landschaftsfotografie gehört zu den großen Themen des Metiers und gilt als fast so wichtig wie die Porträtfotografie. Ein Landschaftsfotograf benötigt ein erstklassiges technisches Equipment und eine gute Planung für seine Bilder.

Naturfotografie,Landschaftsfotografie als Kunstform

Berühmte Fotografen wie Edward Weston und Ansel Adams haben mit Fotos von Landschaften ihren Ruf begründet. Sie sorgten auch dafür, dass der Bereich eine eigenständige fotografische Kunstform wurde. Die Aussage dieser Fotos lässt sich so auf den Punkt bringen: Sie sollen den besonderen Zauber und damit den Charakter eines Ortes hervorheben, was nur durch besonderes Licht und die individuelle Sichtweise des Fotografen gelingt. Ein gutes Naturfoto transportiert stets eine Stimmung. Vordergründige Aussagen werden nicht getroffen. Es gibt freilich fließende Übergänge, wenn der Landschaftsfotograf beispielsweise den Einfluss des menschlichen Wirkens – positiv oder negativ – auf eine Landschaft dokumentiert. Wer Landschaftsfotografie betreibt, soll sich daher eher vom eigenen Auge als von fotografischen Regeln leiten lassen. Die Technik spielt freilich ebenso eine große Rolle. Sehr schöne Fotos von Landschaften oder vom Himmel entstehen bei Nacht, wozu eine Langzeitbelichtung und hohe ISO-Werte gehören. Dann zeigen die Fotos Bilder, die das menschliche Auge nicht sieht. Mit Langzeitbelichtungen gelingen auch Fotos im nächtlichen Wald, die wiederum Details erkennen lassen, die ein Mensch nicht sehen könnte. Diese Art von Naturfotografie erfordert einen hohen persönlichen Einsatz, Planung, Überwindung (um nachts mit der Ausrüstung in den Wald zu gehen) und übrigens auch das Warten auf gutes Wetter.

Wie dicht ist die Landschaftsfotografie an der Realität?

Kein Foto zeigt wirklich die Realität. Das Medium ist schließlich auf zwei Dimensionen beschränkt und muss mit bestimmten, niemals perfekten Mitteln arbeiten. Es kann manche Dinge wie ein unverfälschtes Panorama und drei Dimensionen nicht richtig zeigen, es kann andererseits durch Farb- und Belichtungstechniken visuelle Eindrücke schaffen, die unser Auge – siehe oben – in der Natur selbst nicht so wahrnehmen kann. Fotografie im Allgemeinen und Naturfotografie im Besonderen sind daher Kunstformen. Der Landschaftsfotograf stellt mit seinem gestalterischen Einfluss und mit der vorhandenen Technik das Kunstwerk her. Technische Details werden durch die reine Technik bestimmt, aber auch durch den Blickwinkel des Fotografen. Unter anderem gehören dazu:

• analoge oder digitale Fotografie
• Qualität des Films (bei analogen Aufnahmen) und der Kamera sowie ihres Objektivs
• nachträgliche digitale Bildbearbeitungstechniken
• Blende
• Brennweite
• Belichtungszeit
• Qualität des Außenlichts
• Perspektive des Fotografen
• Bildkomposition (Bildaufbau, Format)

Der Fotograf kann eine verklärende oder sehr nüchterne Perspektive einnehmen, er interpretiert die Wirklichkeit. Heute kommt durch die digitale Bildbearbeitung dem nachträglichen Umgang mit den Fotos eine hohe Bedeutung zu. Darüber hinaus können Fotografen mit Digitalkameras noch viel mehr Rohfotos als früher produzieren, sie kosten praktisch nicht mehr. Wer analog auf Film fotografiert, wird ein wenig über dessen Kosten nachdenken. Wer allerdings sehr viel Rohfotos geschossen hat, benötigt entsprechend mehr Zeit allein für die nachträgliche Auswahl und gerät zudem mehr in Versuchung, die digitale Trickkiste auszuschöpfen. Das alles unterstreicht die künstlerischen Möglichkeiten von Fotografen und beantwortet damit die Frage, wie eng ein Landschaftsfoto an der Realität ist: so eng, wie es der Fotograf wünscht und zulässt.